Freitag, 20. März 2009

Oh Bama! Won't you buy me...?

Yes we can! Can we? We can it.

Barack Obama, der neue Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, ist so etwas wie ein Messias für die meisten Amerikaner. Und für den Rest der Welt. Nach seinem "Sieg" gegen Hillary Clinton im Kampf um die Kandidatur und das ganze Getue drumherum waren die Weichen für einen spektakulären Wahlsieg an sich schon gestellt. Die Amis stehen denke ich auf mitreissendes Zeug, was in der Glotze läuft. Und wer will schon nen Frittenhersteller wählen, der auch noch genau son fieser Republikaner ist, wie der fiese Bush? Nein, Barack Obama wird es sein, der den Karren aus dem Dreck zieht!

Er ist ja auch n sympathischer Typ. Der Teddybär-Blick, die leichten Segelohren, die kräftige Stimme, sein Grips, die starke Frau samt vollkommen intakter Familie an seiner Seite. Das ist ein Vorzeigepräsident. Der ist zum knuddeln. Der tut keinem was. Ausser Gutes. Und was er ankündigt und vor hat klingt durch und durch edel und richtig. Auch seine Taten sprechen für ihn: Guantanamo wird geschlossen, Lobbyisten entmachtet, Managergehälter gekürzt, die Beziehungen zum Irak und Iran versucht er zu entschärfen. Vielleicht ist er genau das, was die USA nach so langer Zeit brauchen: Ein vernünftiger und nicht macht- und geldgeiler Präsident.

Obama hat es aber auch einfach. Die Bush-Regierung hat soviel verkackt, es wurde soviel Mist gebaut und soviele Dinge sind überfällig, dass es eigentlich nichts besonderes sein sollte, was Obama gerade tut. Nach der Hass-Ära sieht da Für jede noch so banale Entscheidung wird er noch zigmal gelobt, Filmstars und andere bekannte Mediengesichter preisen ihn. Vielleicht sind die Amerikaner einfach nur Deppen als Chef gewohnt, sodass das Obama jetzt tatsächlich wie ein Engel wirkt. Nötig hat das Land es auf jeden Fall.

Was mich dabei extrem stört, ist der Hype. *Jedes* renommierte berichterstattende Medium ist begeistert von diesem Mann. Jeder setzt sich wohl intensiv mit ihm auseinander und ist positiv beeindruckt. Er tritt bei Jay Leno auf, ist ein total normaler Kerl, er benutzt Worte wie "cool", ihm rutscht sogar eine eventuell behindertenfeindliche Bemerkung raus, so, wie es jedem von uns passieren könnte. Ein Mann der Tat ist er, vernünftig, bodenständig, ehrlich, verlässlich. Zumindest ist es das, was uns die Medien vermitteln.

Was, wenn das einfach eine durch gutes PR-Management aufgebauschte Begeisterung ist? Die Bevölkerung taumelt dröge im Obama-Fieber, der Stoffel steht da, grinst, ballt die Faust zum Himmel, und fuckt uns am Ende alle ab. Bis jetzt sind es viele Worte und wenige Taten, die er vollbracht hat. Doch "angestrengt" soll er aussehen, Druck lastet auf ihm, graue Haare bekommt er. Bei welchem Politiker haben die Medien denn heute noch Geduld, Verständnis und Besorgnis? Wie ein Martyrer wird er hochgelobt, er verändert schlagartig das Leben aller um sich herum, das hat nichtmal Chuck Norris bis jetzt geschafft, der beendet nur das Leben aller um sich herum.
Ich denke, das ist Amerikas Heldengeilheit. Der Typ musses jetzt machen. Er hat den Mund weit aufgerissen und es gerufen: "Yes we can!". Doch nicht nur die Amis, nein, auch Europa macht mit.

Ich habe und werde das weiterhin sehr kritisch beobachten, denn ein Politiker, der die Massen so begeistert und dann auch noch Staatschef eines mächtigen Landes ist...naja, wir wissen aus der Geschichte, dass sich Geschichte fast immer wiederholt und die Menschen immer die gleichen Fehler machen. Politiker sind für mich immer die, denen die Medien und die Öffentlichkeit dauernd auf die Finger guckt, die man für jede eventuell leicht unmoralische Aussage an den Pranger stellt. Die, die an allem Schuld sind. Die Säcke vom Dienst. Aus Prinzip.
Wenn Barack Obama am Ende seiner Amtszeit tatsächlich all das, was er sich vornimmt, und noch mehr geschafft hat, dann hat er meinen vollsten Respekt.

Kommentare:

  1. http://www.taz.de/1/politik/amerika/artikel/1/obamas-seltsame-rechtsauffassung/

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  2. Ha!, Genau auf sowas warte ich^^

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